…Sieg am Grünen Tisch aberkannt
Der jüngste Spieltag des ASKÖ VfB Braunau bot alles, was sich Volleyballfans wünschen: enge Ballwechsel, lange Rallyes und zwei sportlich starke Auftritte der Braunauer Mannschaft. Auch wenn im Nachhinein humorvoll über eine möglichen „Niederlage am Grünen Tisch“ gescherzt wurde, blieb der Ton insgesamt realistisch: Der VfB zeigte eine solide Teamleistung, aber auch die Gegner präsentierten sich auf hohem Niveau und machten beiden Partien zu intensiven Prüfungen.
Topspiel gegen UVC Ried: Kampf auf Augenhöhe
Der sportliche Höhepunkt war das mit Spannung erwartete Duell gegen den letztjährigen Meister der 3. Landesliga – UVC Ried. Beide Teams, der ASKÖ VfB und die Rieder, gehören zur absoluten Ligaspitze – und genau so entwickelte sich auch die Partie: physischen Ballwechseln folgten phasenweise Eigenfehler, starke Angriffsserien wurden immer wieder durch effiziente Blocks unterbrochen.
Der VfB Braunau setzte sich nach fünf hart umkämpften Sätzen knapp, aber verdient durch.
„Bei der Energie, die von unserer Bank kam, hätte man fast glauben können, wir wären mit zwei Spielern mehr auf dem Feld, und ich hatte schon Angst, uns würde deswegen nachträglich der Sieg am grünen Tisch aberkannt“, scherzt Felix lachend. Tatsächlich zeigte die Ersatzbank und die Einwechselspieler eine außergewöhnliche Dynamik – jedoch ohne die eigene Leistung zu überschätzen, wie der Führungsspieler betont: „Am Ende zählt, was wir auf dem Feld leisten – und da haben wir noch genug Arbeit vor uns.“
Der Sieg war ein wichtiger Schritt, aber das Team blieb realistisch: „Ried hat gezeigt, warum sie Meister waren“, so Trainer Conrad. „Sie haben uns zu hohen Leistungen gezwungen. Genau solche Spiele brauchen wir, um uns weiterzuentwickeln.“
Arbeitssieg gegen die Attersee-Volleys
Bereits im ersten Spiel traf Braunau auf die Attersee-Volleys – einen Liganeuling, der durch strukturiertes Spiel und großen Einsatz beeindruckt. Der VfB war gewarnt.
„Die Attersee-Volleys sind ein ernst zu nehmender Gegner. Dass sie Volleyball spielen können, haben sie in dieser Saison bereits eindrucksvoll bewiesen“, sagte Conrad nach dem Spiel und lobte ausdrücklich deren starke Premierensaison.
Braunau gewann die Partie solide, auch wenn nicht alles perfekt lief. Die eigene Leistung wurde nüchtern eingeordnet: „Wir haben das Spiel kontrolliert, aber es gibt mehrere Bereiche, an denen wir weiter feilen müssen.“
Teamgeist bleibt stärkste Waffe
Die interne Energie war an diesem Spieltag ein wesentlicher Faktor. Die Ersatzbank zeigte sich emotional, lautstark und unterstützend – ohne respektlos oder überzogen zu wirken.
Mit den beiden Siegen setzt sich der VfB Braunau an der Tabellenspitze fest. Doch statt große Töne zu spucken, wurde der Erfolg im Team eher als wertvolle Momentaufnahme gesehen.
„Es war ein harter Spieltag. Am Ende waren alle ziemlich k.o., aber zufrieden“, fasste Mittelblocker Michi zusammen. „Wir haben viel richtig gemacht – aber wir müssen weiterarbeiten, wenn wir auf dieser Position bleiben wollen.“
So bleibt der VfB Braunau zwar „Nummer 1 im Innviertel“, doch die Mannschaft weiß: Die Liga ist eng, und jeder Gegner verdient Respekt. Genau diese Mischung aus Selbstbewusstsein und Bodenständigkeit macht den aktuellen Erfolg möglich.

