niedriger, langsamer, kürzer
Ein selbstbestimmtes Gegenmodell
In der diesjährigen Saison hat sich das Mixed-Team der Freizeitliga zu einer bewussten Veränderung entschieden: Statt wie in der Liga Usus, mit zwei Damen an den Start zu gehen, treten sie nun mit drei Damen an.
Günther, ein Mitglied des Teams, kritisiert die Haltung vieler Mannschaften, die sich über den Mangel an weiblichen Spielerinnen beklagen, aber gleichzeitig bereit wären, nur mit einer Dame im Team anzutreten. „Das verschärft das Problem nur“, so Günther. Für ihn zeigt sich hier eine deutliche Kluft innerhalb der Liga: Auf der einen Seite gibt es Teams, die sich weigern, aufzusteigen und die Herausforderung 1. Liga anzunehmen, auf der anderen Seite sind Mannschaften, die den ursprünglichen Gedanken einer Freizeitliga aus den Augen verloren haben und stattdessen zu sehr auf Erfolg und Leistung fokussiert sind.
Trotz der eher bescheidenen Aussichten auf „Top-Ergebnisse“ in dieser Saison, betont Umut, ein weiteres Teammitglied: „Wir leben den schönen Geist einer freundschaftlichen Freizeitliga.“ Der Fokus liegt nicht auf dem Gewinnen, sondern auf dem gemeinsamen Erlebnis und dem Spaß am Spiel.
In einer Zeit, in der viele Bereiche des Lebens von Erfolgsdruck und Leistungsdenken geprägt sind, setzt das Mixed-Team ein Zeichen gegen den Trend, der in vielen Freizeitligen zunehmend die Oberhand gewinnt. Es ist ein kleiner Schritt hin zu einem entspannteren, integrativeren Sportverständnis – mit dem Fokus auf Gemeinschaft und gegenseitigem Respekt, anstatt auf Rekorden und Titeln.
